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Ich habe es in Folge 15 des Babbsack.FM Podcasts schon sehr emotional erklärt.

Unsere große Tochter – bald 14, geht in die Mittelschule (Erklärung auf Wikipedia). Sie ist aufgeweckt, kreativ und generell gut in der Schule. Sie hat halt nur eine kleine Lernschwäche. Es wurde auch nie etwas neurologisches oder ähnliches diagnostiziert. Und es ist auch keine (Lern)Behinderung, die in solchen Fällen gerne schnell rausgeschossen wird. Sie braucht halt nur etwas länger.

Das weiß unsere Tochter, dass wissen die Lehrer:innen und das wissen natürlich auch wir und alle können damit bis jetzt gut umgehen. Unsere Tochter arbeitet, gemeinsam mit einem weiteren Klassenkameraden, nach dem ASO-Lehrplan, quasi einem Sonderschul Lehrplan, wo unnötiges weggelassen wird, damit mit wichtigeren Themen oder einfach mehr Zeit gefüllt werden.
Die Tests werden genauso bewertet, wie bei „normalen“ Kindern. Auch hier gibt es keinen „Behinderten-Bonus,“ um es etwas provokativ zu sagen

Ihre Klasse befindet sich in den letzten Atemzügen vor den großen Ferien, bevor es dann ins Abschlussjahr geht. Zeit also, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Macht vielleicht eine Schule sinn? Würde sie es schaffen? Oder macht Sie doch die Ausbildung zum Job als Konditorin. Die Kreativität, Basics, das Interesse und vor allem DEN WUNSCH dazu hat sie. Sie würde per se also alles mitbringen.

Jetzt wird’s BIZellig

Und genauso wie es bei dem ein oder anderen von uns vor gefühlt 100 Jahren schon war, besucht die Klasse demnächst, also kurz vor den Sommerferien 2022, die vielleicht auch die letzten Sommerferien sein könnten, das Berufsinformationzentrum – kurz BIZ, noch genauer dem WKNö-BIZ in Mödling bei Wien. Von uns Zuhause etwa 1 1/4 Stunden mit dem Auto, sofern man eines besitzt. Hier werden die Kids informiert und beraten, was es für Möglichkeiten es gibt und wo man das Kind in Zukunft sehen könnte. Alles nix Neues, kein Hexenwerk, nix außergewöhnlich. Das WKNö steht übrigens für die Wirtschaftskammer Niederösterreich, die sich – zumindest nach Außen hin, mit Integration und Gleichberechtigung brüsten. Und das wird noch wichtig werden.
Alles änderte sich, als wir DAS ERFAHREN HABEN!
Klingt wie typisches Clickbait, war aber tatsächlich so.
Elternsprechtag. Der an sich schon etwas komplex war, was aber mit dem, was uns dann erwartete nichts zu tun hatte.
Wir erfuhren, dass unsere Tochter nur zum Anfangsgespräch mit ins BIZ fahren darf. Dieses dauert max. 1 Stunde. Dann müssten wir sie entweder abholen (das wären dann min. 2,5 Stunden Fahrzeit!!) oder sie bleibt in der Schule.
Die Begründung: Sie lernt nach dem ASO-Lehrplan! Das ist das „elegante“ Branding von „sei froh, dass Du Trottel überhaupt einen Job als Putzfrau findest!“ Genau das und nichts anders. Und das, ohne dass die Damen, Herren und Diversen unsere Tochter jemals gesehen, gehört oder irgendwas haben!
Hauptsacht, es wird penibelst darauf geachtet, dass in E-Mails alles mögliche an Geschlechtern, Anreden, Flaggen, Besinnungen, einem Regenbogen und einem Einhorn mit dabei ist. Ansonsten fühlt sich ja jemand ausgegrenzt.
Nach dem auf telefonische Anfragen keine Antwort kam, gibt es jetzt ein offizielles Anschreiben.
Wenn es hierzu etwas neues gibt, wird es in diesem Artikel dann die Updates geben.
Habt ihr mit sowas auch Erfahrung? Wie war eure Reaktion?
Stay tuned!
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