Hvala Fredi

Lesedauer: 3 Minuten

Die Dächer pfiffen schon länger auf die Spatzen. Fredi Bobic, aktuell noch Sportdirektor bei Eintracht Frankfurt, will weg. Und zwar nicht in den Urlaub, wie vielleicht der Rest der Nation.

Als Fredi Bobic 2016 nach einem eher unschönen Abgang beim nächsten Gegner in der Fußball-Bundesliga, dem VfB Stuttgart hatte und dann bei der Frankfurter Eintracht anheuerte, gingen die Wogen hoch.

Von „Was will der hier,“ über Schimpf- und Hasstriaden und einigen wenigen „lass den doch erstmal machen“ Worten war alles vertreten.

Er drehte erstmal alles auf Links und musst mit kolportierten 2.5 Millionen Euro irgendwas auf die Beine stellen. Nach und nach sah man dann, dass er geschickte Verträge eintütete und sich die Eintracht von einer potentiellen Klassenerhalt-Mannschaft langsam Richtung Europa orientierte.

Nach dem Finale 2017 im DFB-Pokal gegen den BVB aus Dortmund (1:2) gelang das gleiche Kunststück ein Jahr später nich einmal. Diesmal mit der bekannten Büffelherde, die im siegreichen Finale gegen die übermächtigen Bayern allerdings nicht komplett auf dem Feld stand und trotzdem gewann.

Anyway. Die Herde wurde für Rund 110 Millionen verkauft und man spielte sich in Europa bis ins Halbfinale der Europa-League. Das Ende kennen wird. Und ein Jahr soäter ging es wieder nach Europa. Leider mit einem anderen Ende.

Wirtschaftlich und Sportlich hat Bobic die Eintracht also ordentlich auf Vordermann gebracht und er unterschrieb sogar eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2023, denn die SGE wollte Planungssicherheit.

Verträge sind Schall und Rauch

Ortswechsel in Frankfurt. Irgendwann Mitte 2020 hat Christian Seifert (Chef der DFL) seinen Rückzug für 2022 bekanntgegeben. Bobic ist einer der Wunschkandidaten von Seifert. Damals gingen die ersten Gerüchte rum, was den Verbleib Bobic’ betrifft. Aber dann kam eben die Verlängerung bei den Hessen dazwischen.

HaHoHe – oder wie der eingefleischte Frankfurt bewohnende sagen würde: HaHaHa. In dieser Saison zwar nicht ganz so dramatisch wie auf Schalke, denn da gibt’s die Kohle nur noch Untertage, aber dennoch für viele genauso sympathisch. Man investierte viel Geld und spielte trotzdem unten mit.

Der feuchte Traum von Europa ist schnell ausgeträumt und man zog die Handbremse. Neben dem schönen Bruno Labbadia musste nach 25 Jahren Vereinszugehörigkeit auch Vorstand Sport Michael Preetz gehen. Und das war wohl der entscheidende Move im Schachspiel.

Spätestens nach dem Spiel der Eintracht gegen die alte Dame kamen die ersten ernsthaften Gerüchte zur kommenden Liaison zwischen Hertha und Bobic.

„Ich werde nicht dort arbeiten, wo meine Familie ist.“ So frei nach dem Motto „Man kackt ja auch nicht da wo man isst.“

„Ich werde nicht dort arbeiten, wo meine Familie ist.“

Fredi Bobic

So frei nach dem Motto „Man kackt ja auch nicht da wo man isst.“ Spätestens jetzt ist die Aussage schon wackelig. Bobic, der in Frankfurt im Hotel wohnt machte auch nie ein Geheimnis daraus, dass er die SGE zwar ganz nett findet, aber es dennoch nur ein Job ist und er Berlin halt doch geiler findet. Und es gibt da noch was, was einem Bobic Berlin auch noch neben dem Privaten schmackhaft macht: Fredi Bobic ist nicht wirklich ein Freund von der 50+1 Regel. Oder sagen wir es anders: Er hat per sé nichts gegen Investoren. Den hätte er in Berlin. Eine reiche alte Dame, die wie Herr Rossi das Glück sucht und nach einer langen Ehe mit dem Preetzi-Bär was junges sucht, der sich nimmt was er will und mit ihr auch mal schön einen Urlaub in Europa verbringen will.

Und genau diese Sachen würde Bobic da vorfinden.

In diesem Teil einer Talkrunde bei Sportschau Thema sagte er – nach dem es erste Meldungen von Sky gab, dass er eigentlich schon zum Ende der Saison 2019/20 gehen wollte, aber nur wegen der Bitte seitens der Eintracht noch die Corona Saison 2020/21 hinten drangehängt hat und mit Ende dieser Saison dann Schluss ist im Stadtwald.

Die Eintracht hingegen reagierte etwas allergisch auf das vorpreschen von Bobic und teilte in einem Statement mit, dass es Gespräche gab und gibt, aber man erst noch NACH der Aufsichtsratssitzung Mitte März weiterreden will. Denn Bobic hat schließlich noch einen Vertrag! Es sieht stark nach einer Schlammschlacht aus.

Ob es einen heißen Tanz mit der alten Dame im Big City Club gibt, Fredi einfach nur mal eine Pause einlegen möchte, die DFL ruft oder ob es was komplett anderes wird, wird man sehen. Meine Szenarien wären:

Szenario 1

• Fredi Bobic sofort freistellen, die Personalie Ben Manga fixieren und Rouven Schröder (aktuell Vereinslos) installieren. Nach der Saison dann neu bewerten, ob es mit Schröder funktioniert und dann entweder bis 2023 verlängern oder eben eine andere Lösung finden.
Z.B. Christoph Spycher von den Young Boys aus Bern, der mit Eintracht Trainer Adi Hütter in der Schweiz den größten Erfolg in der jüngsten Zeit hatte, bevor Hütter in den Stadtwald kam.

Szenario 2

Bobic bleibt Vorstand Sport, aber nur auf dem Papier. Er bekommt sämtliche Verantwortung entzogen und wird in Personalien nicht einbezogen.

Szenario 2 halte ich allerdings eher für schwierig, da den Job trotzdem wer machen soll respektive muss.

Ganz egal,m was gemacht wird: Es muss SCHNELL passieren, damit man sich mit dieser Unruhe nicht die sportliche Saison kaputt macht. Denn das wäre fatal und Bobic sein Abschied wäre genauso stimmungsvoll, wie sein erster Auftritt… Schwierig.

Ich für meinen Teil kann nur sagen Hvala Fredi, auch wenn ich das Drumherum hasse.

Gefällt Dir? Dann teil es doch!

Hast Du das schon gelesen?