Die (nächste vorläufige) Nacht der Nächte

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33 Stunden noch. Dann startet das – bis jetzt, größte Spiel der Frankfurter Eintracht nach dem DFB-Pokalsieg 2018 und dem scheitern gegen Chelsea im Europa League Halbfinale 2019.

Auch damals spielte man zwischen Hin- und Rückspiel gegen Leverkusen. Auch hier war es der 32. Spieltag und ja, man verlor auch 2019 in der BayArena. Unterschied: Die SGE spielte damals mit so ziemlich der besten Mannschaft, die Hütter seinerzeit auf den Platz bekommen konnte. Das Ergebnis vor drei Jahren: 6:1. Und das bereits nach 36 Minuten.
Diesmal war es anders. Auch wenn die Werkself 2:0 gewonnen hat – was auch an diesem 32. Spieltag in Ordnung ging, war eine Eintracht körperlich auf dem Platz, die wahrscheinlich nicht mal im Training so aufgestellt worden wäre.

Keine Empfehlungen für den Sommer

Man könnte meinen, die im Bundesliga-Niemandsland befindlichen Frankfurter hätten vor, die geplanten Sommerabgänge nochmal in die Auslage zu stellen, damit man den ein oder anderen noch schadensminimierend abgeben kann, damit das strapazierte Budget entlastet und ein weiterer Umbruch gestartet werden kann. Eine Mannschaft, die keine Mannschaft war stand auf dem Platz und nutze das Spiel gegen Leverkusen eher als Bewegungstherapie. Die nominellen Starter Kostic, Knauff, Kamada oder Sow spielten maximal eine Halbzeit. N’Dicka und Tuta, die von ihren Sperren wieder zurück sind, groovten sich wieder ein und Kevin Trapp machte anscheinend auch einen Belastungstest für seine Hand, die im Rückspiel gegen den FC Barcelona etwas lädiert war. Und mehr war es auch schon wieder nicht. Auch wenn man sagen muss, dass die Defensive – und das war eigentlich auch so ziemlich der einzige Mannschaftsteil, der auch so in der UEL bestehen könnte, funktioniert hat. Sollten Scouts im Stadion gewesen sein, dann war die Reise in jeglicher Hinsicht umsonst. West Ham sah absolut nichts verwertbares und der zweite Anzug glich eher einem Sergio Tacchini Ballonseiden Jogger aus den 90ern.

„Wir ordnen alles unter“

Auch Eintracht Coach Oliver Glasner betonte, dass er voll und ganz hinter der Entscheidung steht, dass das Spiel und der Kader gegen Bayer 04 so wie gesehen, geplant war. Denn man steht mit der Eintracht vor dem größten Moment der letzten Jahre, wenn man den DFB-Pokal Sieg gegen die Bayern mal ausklammert. Und dem wird – vor allem was die Belastung und das Verletzungsrisiko angeht, voll und ganz entgegengearbeitet. Bloß kein Risiko eingehen. Und wer jetzt glaubt, dass die Leverkusener oder andere Vereine über sowas aufregen – bestes Beispiel ist Felix Magath, der sich ja über lasche Münchener und Wettbewerbsverzerrung beschwert hat, der irrt. Alle verstehen diesen Schachzug und auch der Ex-Eintracht Goalie Lukas Hradecky ist am Donnertag wieder Eintracht Fan und wird sich das Spiel wahrscheinlich mit dem ein oder anderen Hopfenblütentee versüßen.

Hammer hart

Es wird morgen im Waldstadion auf jeden Fall Hammer hart gegen die Hammers. Man hat im Hinspiel schon gesehen, dass sie fast das Äquivalent zur Eintracht sind. Physisch stark, schnell nach vorne und es geht nur über das Kollektiv. Auch auffällig: Spiel nach Außen, Flanke und dann wird’s schon gefährlich. Erinnert ein bisschen an das Mirror Match in Mortal Combat, wo man quasi gegen sich selber hat kämpfen müssen. Das war dann irgendwie schon das schwierigste von allen Kämpfen. Und so wird es auch wieder Morgen sein. Und das Ganze hoffentlich friedlich und ohne Angriffe. Auch nicht gegen Journalisten.

Denn nach der größten Nacht gegen den großen aber doch zu tiefst erschütterten FC Barcelona, einem guten Schritt in London gegen West Ham, soll jetzt der nächste Akt folgen, damit man dann am 18.05.2022 in Sevilla die Saison vergolden kann.

#AufJetzt

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Jörg Mülling
Jörg Mülling

Podcaster. Blogger. Nerd. Seit 2021 Freier Journalist.

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