Am Ende ganz vadutzt

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Rapid Wien ist trotz guter Vorbereitung und relativ hoher Erwartungen eher schleppend in die Saison gestartet. Die beiden Siege in der Bundesliga zum Auftakt waren nicht schön, aber effizient. Selbiges im Cup und in der Qualifikation für die UEFA European Conference League, wo es am Donnerstag um 21 Uhr im Rückspiel gegen den FC Vaduz geht.

Was aber in allen Spielen, zumindest für 45 Minuten zu sehen war: Die Mannschaft ist noch keine echte Einheit.

Dauerläufer Marco Grüll ist bei weitem noch nicht auf der Höhe der letzten Saison und wirkt überspielt. Der Abgang der Abwehrspieler Emanuel Aiwu (US Cremonese) und dem zum Ligakonkurenten LASK abgewanderten Filip Stojkovic scheinen schwerer zu wiegen als angenommen und die wilden Jungen haben verständlicherweise noch einige Probleme.

Heimkehrer Guido Burgstaller versucht am Feld immer wieder anzutreiben, muss aber oftmals zu weite Wege gehen. Es muss die Frage erlaubt sein, ob das Team die Philosophie von Trainer Ferdinand Feldhofer noch nicht versteht oder ob es nur an der Umsetzung mangelt. Im Rückspiel bei Lechia Gedansk (1:2 für Rapid) hat man ganz klar gesehen, dass die Mannschaft in der zweiten Hälfte plötzlich defensiv versucht hat, die eigentlich souveräne 0:2 Führung zu verwalten. Eine ganz klare Anweisung von Feldhofer, die seinem Kapitän Guido Burgstaller aber wohl nicht so gepasst hat, da er sein Team immer wieder dazu lautstark animiert hat, offensiver zu agieren und lieber auf das 0:3 zu gehen.
Ein klarer Indiz für unterschiedliche Ansichten, für das was Rapid Wien in den letzten Jahren stand. Offensiv und kämpferisch passt es nicht. Nur Maxi Hofmann, Niki Hedl und eben Guido Burgstaller lassen die Köpfe nach einem Gegentreffer nicht hängen und versuchen zu pushen.

Gegen den FC Vaduz gab es – trotz Warnung der letzten internationalen Ergebnisse der Liechtensteiner, eine blutleere Leistung. Thorsten Schick wies bei RapidTV nochmal explizit darauf hin, wie ekelhaft und schwierig der Tabellenvorletzte der 2. Schweizer Liga zu bespielen ist, da sie eben mit den gleichen Attributen, wie einst die Wiener auftreten. Gemeinsam. Kämpfen. Siegen. Dieser Claim, den jeder Rapidler verinnerlicht haben sollte, ließ man im Hinspiel schmerzlich vermissen. Ohne die durchaus fragwürdigen Entscheidungen des Schiedsrichtergespannes, hätten die Wiener gut und gerne 4:1 verlieren können. Einziger (erneuter) Lichtblick: Der widergenesene und Torschütze zum 1:1, Ferdy Druijf. Ob die Luft allerdings im Rückspiel bereits für 90 Minuten reicht ist fraglich, aber nicht unmöglich.

Zeit zum trainieren gab es zumindest genug, da man nach dem erreichen der 3. Qualifikationsrunde gleich einen Antrag an den ÖFB gestellt hat, dass Bundesligaspiel gegen den TSV Hartberg zu verschieben, dem stattgegeben wurde.

Feldhofer muss seine Mannen auf jeden Fall wieder einfangen, damit die Grün-Weißen ab dem 08.09. ihren Fans Vereinskassa magische UECL Nächte und der Vereinskassa ein paar wichtige Millionen bescheren können.

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Jörg Mülling
Jörg Mülling

Podcaster. Blogger. Nerd. Seit 2021 Freier Journalist.

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